Sie sind hier: News
19.10.2017 : 13:00 : +0200

News

News

Sieg über Spitzenreiter läutet Saisonendspurt ein

Der Fortschritt ist eine Schnecke, hat einst Günter Grass formuliert. Das trifft auch auf die Entwicklung einer Handballmannschaft zu. Es dauert, bis Automatismen verinnerlicht sind, bis jeder Spieler sich nicht mehr auf Lauf- und Passwege konzentrieren muss, sondern seine Gedanken den individuellen Entscheidungsmöglichkeiten im kollektiven Gefüge widmen kann. Das gilt erst recht, wenn nur ein überschaubarer Trainingsaufwand betrieben wird.

Um die Fortschritte zu erkennen, sind gelegentlich Marksteine hilfreich. Für die HSG Kreuzberg IV ist Zehlendorf 88 so ein Markstein. Schon im Hinspiel boten die Kreuzberger gegen den Spitzenreiter der Kreisliga A eine respektable Leistung: Zur Halbzeit führte man in Zehlendorf mit 17:13. Durch technische Fehler aufgrund nachlassender Fitness, Gegentore aus der zweiten Welle und Zeitstrafen verspielte die HSG diesen Vorsprung in der zweiten Halbzeit allerdings – und unterlang knapp mit 30:32.

Im Rückspiel in der heimischen Flatowhalle nun gelang ein souveränes 31:20 (14:10) gegen Z88. Zwar waren die Gäste nur mit einem Rumpfkader angetreten, doch auch die Kreuzberger konnten nicht aus dem Vollen schöpfen: Lediglich vier Rückraumspieler standen zur Verfügung, nach 15 Minuten waren es nach einer Wadenverletzung von Jörg Becker nur noch drei.

Doch davon ließen sich die Gastgeber nicht beeindrucken. Die Deckung stand über die gesamte Spielzeit solide. Torhüter Hagen Stosnach hatte (wie schon im Hinspiel) erneut einen Sahnetag erwischt und parierte neben vier Siebenmetern eine ganze Reihe weiterer Würfe. Der Mittelblock mit dem exzellenten Jan Hill und Axel Birkenkämper arbeitete engagiert, hinten links stand Andreas Lemkens wie ein Fels in der Brandung. Auch die Außen erfüllten ihre Aufgaben zufriedenstellend. Einziger Kritikpunkt: Angesichts der Vielzahl gewonnener Bälle gelangen zu wenig Tempogegenstöße.

Die zweite Welle hingegen rollte recht effektiv. Am besten aber ließ sich der Fortschritt der HSG IV im Positionsangriff ausmachen. Den abwechslungsreichen Auftakthandlungen folgten überproportional oft die richtigen individuellen Entscheidungen. Mal waren es die Anspiele auf Kreisläufer Birkenkämper (Foto), der mit acht Treffern bei neun Versuchen eine exzellente Wurfquote verbuchte. Mal waren es die Halben, die sich nach Druckspiel gegen ihre Kontrahenten durchtankten oder die Außen freispielten. Kurz: Das sah teilweise tatsächlich nach Handball aus.

Mit nunmehr 19:7 Punkten hat sich die HSG IV eine gute Ausgangsposition für den Saisonendspurt erarbeitet und mischt im Rennen um die beiden Aufstiegsplätze weiter mit. Noch drei Spiele, danach lässt sich an der Abschlusstabelle ablesen, wie schnell die Schnecke in dieser Spielzeit gekrochen ist.

Für die HSG IV spielten: Stosnach, Grahl; Hasler (5), Schnieders (1), Becker, Pehle (3/3), Ebert (1), Lemkens (3), Hernitschek (1), Gressel (3), Hill, Jungholt (6), Birkenkämper (8), Heilmann.

05.04.2017 13:37 Alter: 197 Tage