Sie sind hier: News
23.2.2012 : 1:39 : +0100

News

News

Die Bob-Hanning-Kolumne: 2011 war das Jahr der Füchse

Liebe Handballfreunde,

am vorigen Dienstag fanden die letzten Spiele der Toyota Handball-Bundesliga in diesem Jahr statt, jetzt ist erst einmal eine wohlverdiente Pause angesagt. Wie jedes Jahr wird die Pause vor allem für die Nationalspieler kurz ausfallen. Mit der Vorverlegung des 18. Spieltages auf Anfang Dezember hat die Liga aber bereits ihren Teil für eine Verlängerung der Pause und auch der EM-Vorbereitung beigetragen. Los geht es in Serbien am 15. Januar, in der Woche vorher wollen wir dann auf die Europameisterschaft allgemein und das deutsche Team im Speziellen blicken. Für heute möchte ich den Blick zurück werfen und ein erfolgreiches Füchse-Jahr sowie eine spannende Hinrunde der Saison 2011/12 auswerten.

Wer erinnert sich noch an den 4. Juni 2011? An das Datum vielleicht nicht jeder, aber an den Auswärtssieg der Füchse in Magdeburg sicherlich. So wie andernorts Meisterschaften gefeiert werden, wurde in Berlin der dritte Tabellenplatz zum Abschluss der letzten Saison bejubelt. Sensationell, was erreicht wurde und uns die direkte Qualifikation zur Champions League bescherte. Wer dachte, das wäre nicht zu toppen, der wurde direkt nach der Sommerpause einmal mehr positiv überrascht. Eine nahezu makellose Bilanz lässt uns auf dem zweiten Tabellenplatz überwintern. Mein Dank dafür geht an die gesamte Mannschaft und das Trainerteam mit Cheftrainer Dagur Sigurdsson, Co-Trainer Alex Haase und Athletik-Trainer Erik Helm.

In den nächsten Wochen wird jetzt das Management gefordert sein. Mit den langfristigen Vertragsverlängerungen mit Sven-Sören Christophersen und Bartlomiej Jaszka konnten wir bereits ein Zeichen setzen. Ich denke, wir haben damit zum Ausdruck gebracht, dass wir auf Kontinuität setzen und jede Vertragsverlängerung auch ein Baustein einer langfristigen Planung ist. Die restlichen Vertragsangelegenheiten werden wir in diesem Sinne auch in den nächsten Wochen erledigen. Eine große Baustelle haben wir allerdings noch im rechten Rückraum, der Abgang von Alexander Petersson zum Saisonende schmerzt uns immer noch. Ich bin aber zuversichtlich, dass wir bis spätestens nach der Europameisterschaft hier eine Lösung präsentieren können.

Ich will aber den Blick auch über den Berliner Tellerrand schweifen lassen, selten war die Liga so spannend wie dieses Jahr. Eine große Ausnahme gibt es allerdings: den THW Kiel. Ich habe es schon nach dem dritten Spieltag vorausgesagt und fühle mich heute bestätigt: Den Kielern ist diese Saison die Meisterschaft nicht zu nehmen. Der THW spielt in einer anderen Liga, 36:0 Punkte zum jetzigen Zeitpunkt sagen mehr als genug aus. Dahinter ist es aber spannend, gerade im Kampf um die Champions-League-Plätze. Auch wenn wir dort derzeit auf dem zweiten Rang stehen, so wird das bis zuletzt ein spannender Kampf, in dem neben Hamburg auch Flensburg und die Rhein-Neckar Löwen mitmischen. Eigentlich müssten Hamburg und die Löwen favorisiert sein, ich sehe aber Flensburg vorn. Dadurch, dass die SG nicht für den Europapokal qualifiziert ist und schon beide Kiel-Spiele hinter sich hat, können sie befreiter und frischer agieren. Das erinnert mich ein wenig an unsere Situation im letzten Jahr und ich denke, das wird sich in der Rückrunde für Flensburg auszahlen.

Im Kampf um die Europapokalplätze ist es nicht weniger spannend. Magdeburg, Lemgo und Lübbecke sind dort im Rennen, und im Vergleich zum Vorjahr haben sich die Kräfteverhältnisse etwas verschoben. Das ganze Mittelfeld ist dicht beieinander. Auch die gestrige Niederlage von Lübbecke gegen Burgdorf hat gezeigt, dass es hier noch einige Überraschungen geben wird. Bei Hildesheim und Hüttenberg rechne ich dagegen im Abstiegskampf mit keinen Überraschungen mehr. Der eine oder andere Punktgewinn mag noch drin sein, aber auch Hüttenberg wird es trotz der sympathischen Spielweise am Ende nicht schaffen. Offener ist da schon der Kampf um oder besser gegen den dritten Abstiegsplatz. Der Bergische HC hat den Vorteil, dass er in der Rückrunde die direkten Konkurrenten zuhause hat, der VfL Gummersbach hat dafür gegen Kiel gezeigt, dass mit ihm immer zu rechnen ist. Außerdem muss Melsungen aufpassen, dass sie mit ihrem Negativ-Lauf nicht noch unten reinrutschen. Auch der TV Großwallstadt hat sich zuletzt zwar etwas freigeschwommen, ist aber noch nicht auf der sicheren Seite.

Sie sehen, liebe Handballfreunde, wir haben ein bewegtes Handballjahr hinter uns. Und wir haben ein spannendes Handballjahr vor uns. Ich freue mich jetzt auf ein wenig Bundesliga- und Champions-League-Pause und bin gespannt auf die Europameisterschaft. Rechtzeitig vorher melde ich mich mit der Kolumne zurück. Ihnen allen wünsche ich einen guten Rutsch ins neue Jahr, mit den besten Wünschen, Ihr Bob Hanning!

Bob Hanning ist Manager des Handball-Bundesligisten Füchse Berlin. Die Kolumne erscheint mit freundlicher Erlaubnis von Öffnet externen Link in neuem Fensterwww.fuechse-berlin.de.

31.12.2011 19:59 Alter: 53 Tage